SOZIALE ABSICHERUNG FÜR KREATIVE
Welchen Sozialstaat braucht die Arbeitswelt von morgen?
kooperative
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Sozial- und Zukunftskooperativen für Kreative
Präambel
Der vorliegende Appell richtet sich an die kreativ, künstlerisch, kulturell, wissensbasiert und -vermittelnd arbeitenden Selbständigen. Ziel des Workshops war die Erarbeitung von Ideen für eine Neugestaltung des Sozialstaats oder neuer, gemeinschaftlich organisierter Absicherungsysteme der Zukunft.
Die gegenwärtig sozial prekäre Lage und die drohende Altersarmut der Mehrheit der selbständig arbeitenden Individuen der sogenannten Kultur- und Kreativwirtschaft und ebenso der Kunst- und Kulturschaffenden, erfordert zusätzliche, zur Künstlersozialkasse (KSK) funktionierende, innovative Ansätze.
Ursprung der mangelhaften Absicherung ist ein Dilemma in sich dem Sozialstaat und Kultur- und Kreativschaffende befinden:
• neue Arbeitsabläufe und Rhythmen durch Projektarbeiten
• neues Arbeitsmodell institutionell als solches nicht erkannt und nicht berücksichtigt
• Arbeitslosenversicherung für Selbständige entspricht nicht
der Arbeitsrealität von Selbständigen in der KKW (nur zwei mal nutzbar)
• Exitoption für Großverdiener raubt der KSK die Wirkungskraft
In dieser Lage ist eine neue Form der Gemeinschaftsbildung, der solidarischen Risikoaufteilung zurückzufordern.
Die individuell orientierten und heterogen ausgebildeten Kultur- und Kreativschaffenden übertragen ihre Interessen ungern an übergeordnete Institutionen – eigenverantwortliches Handeln ist ihnen besonders wichtig. Dennoch haben besonders Gemeinschaften das notwendige Potenzial Interessen durchzusetzen und gegenseitige Verantwortung zu realisieren. Aus diesem Grund schlagen wir eine schrittweise Zusammenführung der einzelen Anliegen im sozialen Bereich vor – wie beispielsweise Kinderbetreuung oder gemeinschaftliche Raumnutzung – um schließlich in einem größeren Maßstab gegenseitige Absicherung zu verwirklichen.
Wir halten die eingetragene Genossenschaft für eine Zusammenschlussform, die die Defizite des Sozialstaats für die wissensökonomische neue Arbeitsgesellschaft ausgleichen kann. Die rechtliche Form der Genossenschaft soll als “Kooperative” verstanden sein – die KoOp Kunst-Wissen-Kreativität.
Was ist eine Genossenschaft/Kooperative
Die Genossenschaft ist eine Form der Wirtschaftsgesellschaft, die einen hohen demokratischen Grad erfüllt. Jedes Mitglied einer Kooperative hat unabhängig von der Höhe seines Anteils eine Stimme. Dadurch bestimmt die Gesamtheit der Anteilseigner über die Rendite und die Verwendung der Anteilsteile. Historisch ist der Begriff der Genossenschaft seit der Zeit der Nationalsozialisten negativ besetzt. Weltweit finden Kooperativen ein großen Zuspruch.
Warum eine Kooperative?
Wir haben festgestellt, dass der Staat mit der Lösung vieler Probleme der Einzelpersonenunternehmen (EPUs) im Bereich der Kreativwirtschaft nicht vorankommen will! Wir fürchten uns nicht vor der Idee eines Staates im Staate in Form einer großen Kooperative. Der Weg dahin führt für uns über viele kleine Schritte der Einzelgründungen von Kooperativen in denen sich wiederum EPUs zusammenschließen um Einzellösungen im Spannungsfeld der Existenzsicherung anzubieten (Auskommen, Altersvorsorge, Versicherung, Kinder und Familen, Steuersystem) und Banden zu bilden. Dies können Kooperativen zur Kinderbetreuung, des Einkaufs, des Vertriebs, zu Arbeitsraum und Lebensraum etc. etc. sein. Am Ende des weges könnte eine Kooperative der Altersversorgung stehen, die eine zu erwartende Flut an Altersarmen aus unseren Branchen verhindert.
Sprungbrett und Organisationshilfe
Um dem Appell "Ihr Kreativen - bildet Kooperativen" Taten folgen zu lassen, braucht es ein Sprungbrett, das Wissen, Netzwerke und Beratung verbindet. Wir empfehlen die Förderung von konkreten Anlaufstellen für die Bildung von Sozial- und Zukunftskooperativen für Kreative.
Diese Anlaufstellen bieten:
- "Aufklärung "zu den Hintergründen sozialer Absicherungserfordernisse von Kreativen
- gebündelte "Information "zum Gründen und Betreiben einer Genossenschaft
(ggfs. Kooperation mit www.neuegenossenschaften.de)
-Anregung generieren (z.B. Alterswohnformen für Kreative)
- "Beratung "zu konkreten Fragestellungen (Businessplan, Steuer, Finanzierung
- "Dienstleistungen "wie z.B. Buchhaltung, Raumverwaltung, Mitgliederwerbung
- "Begegnungsort "(auch physisch!), Austausch, Veranstaltungen, ...
Wer ist angesprochen:
- Menschen, die Problemlagen erkannt haben und aktiv nach kooperativen Lösungen und Mitstreitern suchen.
- Menschen, die bereits eine feste Idee und/oder feste Gruppe für ein Kooperativenmodell haben
Ausblick | Nachgang
Bildet Kooperativen - wie gehen wir weiter vor?
Erste Empfehlung vernetzt Euch mit uns auf der Workshop-Website
http://wip.mixxt.de
Oder wendet euch an die Hamburg Kreativ Gesellschaft mbH
Hongkongstr. 5 / 3. Boden
20457 Hamburg
Telefon: +49 – 40 – 879 798 60
work-in-progress@kreativgesellschaft.org
www.kreativgesellschaft.org
Letzte Änderung von Jeanne Charlotte Vogt am 25.02.2012 um 14:04
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